Vielfalt zeigen,
Bildung erleben
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Ort

Technische Sammlungen Dresden

Junghansstraße 1 – 3

01277 Dresden

Tickets

Ticketreservierung online oder telefonisch beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter 0351-488 727 2 (MO-FR).

Seit 2002 zeigt das Museumskino Ernemann VII B besondere Filmreihen jenseits des Mainstreams. Im Fokus stehen dabei filmhistorische Entwicklungen oder gesellschaftliche Themen, die auf der Leinwand auf eine ganz eigene Art und Weise verhandelt werden. Statt Werbung gibt es für das Publikum vor jeder Vorstellung eine Filmeinführung.

Eine Besonderheit sind die Stummfilmabende mit Live-Musik. Thematische Reihen, Gespräche mit Filmschaffenden und ein tägliches Programm im Rahmen der Ausstellung »Welt im Kasten. Foto – Kino – Video« machen das Museumskino in Dresden-Striesen zu einem Treffpunkt für Cineasten. Regelmäßig werden originale Ernemann VII B-Kinoprojektoren aus eigenem Sammlungsbestand zum Laufen gebracht und entführen in vergangene 35-mm-Filmwelten. 

2018 hat das Museumskino einen der drei Programmpreise der DEFA-Stiftung erhalten.

KI generiert: Ein Mann in einem Anzug steht in einem elegant eingerichteten Raum und hält eine Zigarette in der Hand. Im Hintergrund sind Bücherregale und ein dekoratives Element sichtbar.Filmstill aus »Alles auf Zucker« | Foto: © X-Verleih

Jüdisches Leben im deutschen Film nach 1945verdrängtes und gelebtes Gedächtnis

MÄR – MAI 2026

Die Darstellung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur im deutschen Nachkriegsfilm ist eine Geschichte von Abwesenheit und Schuldabwehr, von langsam einsetzender Aufarbeitung und schließlich von vielstimmiger Normalität. Nach 1945 entwickelten sich in Ost- und Westdeutschland deutlich voneinander abweichende filmische Zugänge zum Judentum, die eng mit den jeweiligen politischen Systemen, ideologischen Rahmenbedingungen und Geschichtsnarrativen verknüpft waren.

Im Rahmen von TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026

Eine Kooperation zwischen dem Museumskino Dresden e. V. in den Technischen Sammlungen und dem Clubkino im Lingnerschloss

Aktuelle Termine
Stummfilmtage 2024 MuseumskinoFoto: ©Anja Schneider

11. Dresdner Stummfilmtage 

8. – 15. MÄR 2026

Im Programm der Stummfilmtage 2026 stehen Klassiker und fast vergessene Filme, die allesamt in künstlerischer oder technischer Hinsicht Meilensteine der Filmgeschichte waren. Zu sehen sind einer der ersten Kinder-Leinwandstars, einer der ersten Technicolor-Farbfilme, eines der ersten Weltraumabenteuer im Film, ein Film, von dem parallel eine stumme und eine Tonfilmfassung produziert wurden, ein Stummfilm des 21. Jahrhunderts und mit Lotte Reinigers »Abenteuer des Prinzen Achmed« der erste abendfüllende Animationsfilm, der zum 100. Jahrestag seiner Uraufführung von einer Neukomposition für zwei Violinen, Viola, Cello, Piano, Flöte und Fagott begleitet wird.

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

www.dresdnerstummfilmtage.de

Aktuelle Termine
TESA 3669Foto: © Grit Doerre

Täglich im Museumskino

10.00 | 14.00 Uhr  
Dresden dreidimensional

11.00 | 15.00 Uhr 
DEFA-Trickfilmklassiker

12.30 
Die Goldberg-Bedingung. Mehr sehen als man sehen kann 

16.00 Uhr
Emanuel Goldberg und Dresden 

Rumpelstilzchen 8 DEFA Stiftung JürgenHoffmann

ANIMANIAFilme des Deutschen Instituts für Animationsfilm

ANIMANIA heißt die Veranstaltungsreihe, die das DIAF als Kooperation mit den Technischen Sammlungen seit 2017 präsentiert. Begleitend zur Dauer- oder zur aktuellen Sonderausstellung zeigt das Institut an den ANIMANIA-Abenden eigens kuratierte Filmprogramme für ein erwachsenes Publikum. Neben poetischen, humorvollen, traurigen, jedoch stets charmanten und anspruchsvollen Werken kommen gelegentlich auch filmische Experimente auf die Leinwand. Gelegentlich sind Filmschaffende zu Gast, die Einblicke in den künstlerischen und technischen Schaffensprozess geben, ihre Filme kontextualisieren und Fragen der Zuschauer beantworten.

Aktuelle Termine

Kalender

Do / 19. Mär
19:00
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt eine Reihe von Holztheatersitzen mit blauen Polstern, wobei einer der Sitzplätze mit der Nummer 4 gekennzeichnet ist. Die Sitze sind in einer Reihe angeordnet und wirken klassisch und gepflegt.
Jüdisches Leben im deutschen Film nach 1945ein kritischer Überblick

Kleine Filmakademie im Museumskino Ernemann VII B

Die Filmakademie untersucht Darstellungen jüdischen Lebens im deutschen Film nach 1945. Im Rahmen des Einführungsvortrages werden die politischen und ideologischen Kontexte der Entstehungszeit der ausgewählten Filme und die jeweiligen Geschichts-narrative erläutert, und zwar für die unmittelbare Nachkriegszeit (1945-49), für die DDR, die BRD und für die Zeit nach der Wiedervereinigung. 

Dabei geht es weniger um eine einheitliche »jüdische Identität« als um historisch wechselnde Zuschreibungen und Sichtbarkeiten, die jeweils im Spannungsfeld von Erinnerungspolitik, Schuldabwehr, Staatsideologie und gesellschaftlicher Selbstvergewisserung entstanden sind. Die ausgewählten und vorgestellten Filme zeigen jüdische Figuren nicht nur als Individuen, sondern auch als Projektionsflächen der jeweiligen gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Verfolgung und Nachgeschichte.

  • Vortrag mit zahlreichen Filmbeispielen von Dr. Karsten Fritz und Markus Jüngling
  • Eintritt 3 €
  • Reservierung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Do / 19. Mär
20:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Ein Mann hält eine Frau in seinen Armen und küsst sie sanft auf die Stirn. Die Szene wirkt emotional und intim, als ob sie in einem dramatischen Moment aus einem Film stammen könnte.
Ehe im Schatten

Museumskino Ernemann VII B

Regie: Kurt Maetzig, Dt. 1946, 104´, Darsteller: Paul Klinger, Ilse Steppat u.a.

Der berühmte Schauspieler Hans Wieland heiratet die Jüdin Elisabeth Maurer. Nach der Machtübernahme der Nazis wird ihre Ehe zunehmend zum Ziel von Ausgrenzung und Hetze. Maetzigs erster Spielfilm, ein Meilenstein des deutschen Nachkriegskinos, erzählt ergreifend von der unmöglichen Liebe im Nationalsozialismus, beruflicher Opportunität und dem moralischen Versagen einer Gesellschaft, die sich abwendet. Ein Appell für Menschlichkeit.

  • Filmeinführung: Dr. Karsten Fritz
  • Eintritt 7 €
  • Reservierung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Do / 26. Mär
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Zwei ältere Männer in Anzügen schauen sich gemeinsam ein kleines Buch an. Sie scheinen konzentriert und interessiert zu sein.

Regie: Josef von Baky, BRD, 1949, 104 min, Darsteller: Fritz Kortner, Rosemarie Murphy u.a.

Der emigrierte jüdische Philosoph Professor Mauthner erhält einen Ruf an eine deutsche Universität und kehrt voller Ideale zurück. Doch er stößt auf Ablehnung, Misstrauen und verdeckten Antisemitismus. Der Film, mit Fritz Kortner in der Hauptrolle, ist ein Schlüsselwerk der Nachkriegszeit. Er seziert die gespaltene Haltung der Deutschen und die immense Kluft zwischen denen, die blieben, und denen, die gehen mussten.

Im Anschluss: Filmgespräch
Markus Jüngling spricht mit der Historikerin Prof. Dr. Marita Krauss über die Hintergründe des Films Der Ruf, die Künstlerpersönlichkeit Fritz Kortner und die Erfahrungen jüdischer Remigrantinnen und Remigranten in der Bundesrepublik.

  • Eintritt 7 €
  • Reservierung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Mi / 1. Apr
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt eine Szene, in der ein Soldat neben einer Gruppe von Menschen vor einem mit Stacheldraht gesicherten Bereich steht. Im Hintergrund sind Gebäude und eine weitere Menschenmenge zu sehen.

Regie: Konrad Wolf, DDR, 1959, 92´, Darsteller: Sascha Kruscharska, Jürgen Frohriep, Erich S. Klein u.a.

Bulgarien 1943: Der deutsche Wehrmachtssoldat Walter verliebt sich in die Jüdin Ruth, die mit anderen Leidensgenossen auf ihren Abtransport in ein Lager wartet. Wolfs poetischer und zutiefst humanistischer Film, eine deutsch-bulgarische Koproduktion, erzählt von der Unmöglichkeit der Liebe und individueller Menschlichkeit angesichts der bürokratischen Grausamkeit des Holocaust. Ein frühes Plädoyer für Mitgefühl und Zivilcourage.

  • Clubkino im Lingnerschloss
    Bautzner Str. 132
    01099 Dresden
  • Einlass ab 18:30, mit Musik von Annett Otto und Gennadi Nepomnischi vor dem Film
  • Filmeinführung: Dr. Karsten Fritz
  • Eintritt 7 €
  • Reservierung an clubkino@lingnerschloss.eu
Do / 9. Apr
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt zwei Männer in einem ernsten Moment, einer trägt einen Mantel mit einem Judenstern. Die Szene stammt aus dem Film "David", der von Peter Lilienthal inszeniert wurde.

Regie: Peter Lilienthal, BRD, 1979, 127´, Darsteller: Mario Fischel, Valter Taub, Eva Mattes u.a.

Berlin 1943: Der jüdische Junge David Singer überlebt die Verfolgung, versteckt von nichtjüdischen Deutschen. Lilienthals Film, der den Goldenen Bären gewann, erzählt einfühlsam und konsequent aus der Perspektive des Kindes. Er zeigt nicht die großen Schrecken, sondern den Alltag des Terrors, die ständige Angst, das Misstrauen und das zermürbende Warten auf Rettung. Ein stilles und intensives Porträt des Überlebens.

  • Eintritt 7 €
  • Filmeinführung: Markus Jüngling
  • Reservierung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Mi / 22. Apr
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt eine stilisierte Illustration einer Person mit blauer Mütze und Schal vor einer städtischen Kulisse mit Gebäuden und Wolken. Der Stil wirkt künstlerisch und kombiniert Elemente von Collage und Zeichnung.
TACHELESKurzfilmprogramm zum Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen

Clubkino im Lingnerschloss

Der Filmverband Sachsen hat anlässlich des Themenjahres ein eigenes Kurzfilmprogramm zusammengestellt, das unterschiedliche filmische Perspektiven auf jüdisches Leben, jüdische Geschichte und jüdische Gegenwart auslotet. 

Mi / 29. Apr
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt eine hölzerne Hütte, die auf einem See oder Fluss steht, mit zwei Personen: Eine sitzt am Rand und planscht mit den Füßen im Wasser, während die andere in der Tür steht. Im Hintergrund ist üppige Vegetation sichtbar, was eine ruhige, naturverbundene Szene schafft.

Regie: Horst Seemann, DDR, 1980, 118´, Darsteller: Christian Grashof, Erwin Geschonneck, Kurt Böwe u.a.

Ostpreußen, 1874: Der jüdische Mühlenbesitzer Levin wehrt sich gegen seinen betrügerischen deutschen Konkurrenten, der mit allen Mitteln versucht, ihn zu vertreiben. Basierend auf der Novelle von Johannes Bobrowski entwirft Horst Seemanns DEFA-Film ein vielschichtiges Sittengemälde. Er erzählt nicht nur eine packende Geschichte von Habgier und Justiz, sondern seziert den alltäglichen Antisemitismus der Dorfgemeinschaft und stellt die Frage nach moralischem Mut und Gerechtigkeit.

  • Clubkino im Lingnerschloss
    Bautzner Str. 132
    01099 Dresden
  • Einlass ab 18:30 Uhr, mit Musik von Annett Otto und Gennadi Nepomnischi vor dem Film
  • Filmeinführung: Dr. Karsten Fritz
  • Eintritt 7 €
  • Reservierung an clubkino@lingnerschloss.eu

 

Do / 7. Mai
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Das Bild zeigt eine ältere Frau, die an einem Tisch sitzt und in einem Buch blättert. Im Hintergrund ist ein Bücherregal zu sehen.
Herr Zwilling und Frau Zuckermann

Museumskino Ernemann VII B

Dokumentarfilm, Regie: Volker Koepp, DE, 1999, 132´, Darsteller: Rosa Roth-Zuckermann, Mathias Zwilling u.a.

Täglich besucht Herr Zwilling die 90-jährige Frau Zuckermann. Man spricht über das gemeinsam Erlebte, über Politik und Literatur. Beide kommen aus Czernowitz, einst Zentrum jüdischer Kultur im Westen der Ukraine – bis 1941. Damit verknüpft werden Episoden jüdischer Erfahrungen im Czernowitz der späten 1990er-Jahre, nach dem Ende der Sowjetunion.

  • Eintritt 7 €
  • Filmeinführung: Dr. Karsten Fritz 
  • Reservierung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Mi / 13. Mai
19:30
Mit Anmeldung
KI generiert: Ein Mann in einem Anzug steht in einem elegant eingerichteten Raum und hält eine Zigarette in der Hand. Im Hintergrund sind Bücherregale und ein dekoratives Element sichtbar.
Alles auf Zucker!

Clubkino im Lingnerschloss

2004, Dani Levy, DE, 2004, 95´, Darsteller: Henry Hübchen, Hannelore Elsner, Rolf Hoppe u.a.

Der säkulare Sportreporter Jaeckie Zucker, alias „Zucki“, braucht dringend das Erbe seiner verstorbenen Mutter. Doch das Testament sieht vor, dass er sich erst mit seinem orthodoxen Bruder versöhnen muss. Leys turbulente Komödie konfrontiert zwei völlig unterschiedliche jüdische Lebenswelten im modernen Deutschland und feiert dabei voller Witz und Herzlichkeit die Versöhnung von Tradition und Gegenwart, ohne die Wunden der Vergangenheit zu ignorieren.

Im Anschluss: Filmgespräch
Andreas Körner spricht mit Regisseur Dani Levy über dessen Film »Alles auf Zucker!«. Levy begann seine Karriere beim Kinder- und Jugendtheater »Rote Grütze«. Nach seinem erfolgreichenKinodebüt »Du mich auch« drehte er Kinofilme in Deutschland undin den USA. Für seine Komödien »Alles auf Zucker!«, »Mein Führer« und »Das Leben ist zu lang« gewann er zahlreiche Preise, darunter den Ernst Lubitsch Preis und mehrere Deutsche Filmpreise. Mit Stefan Arndt, Tom Tykwer und Wolfgang Becker gründete er 1994 die Produktionsfirma X Filme Creative Pool. Levy lebt mit seiner Familie in Berlin und sieht seine jüdischen Wurzeln als wichtigenTeil seines Lebens und Schaffens.

KI generiert: Das Bild zeigt einen Schriftzug mit den Worten "MUSEUMS Ernemann VII B KINO". Der Hauptinhalt des Bildes weist auf ein Museumskino hin, vermutlich in Verbindung mit dem Ernemann VII B Projektor.