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KI generiert: Das Bild zeigt eine Anordnung von metallischen Platten mit eingravierten Motiven, die an einer Holzwand befestigt sind. Im Vordergrund ist ein Gravurbild eines Glases zu erkennen.

Thomas Bachler. Heliografien

Kabinettausstellung zum 200. Jahrestag der ersten Fotografie der Welt

1. Feb 6. Apr

Öffnungszeiten
Di – Fr: 9:00 – 17:00
Sa / So / Feiertage: 10:00 – 18:00

Abweichende Öffnungszeiten:
24. / 25. / 31. DEZ & 1. JAN: geschlossen
Eintritt
8 € pro Person | 6 € ermäßigt
Freitag ab 12:00 freier Eintritt

Freier Eintritt mit Dresden-Pass und für Kinder unter 7 Jahren sowie weitere Ermäßigungen
KI generiert: Das Bild zeigt eine verschwommene Aussicht aus einem Fenster mit schwach erkennbaren Strukturen, wahrscheinlich Gebäude oder Landschaft. Es handelt sich um eine der frühesten fotografischen Aufnahmen.Joseph Nicéphore Niépce: ohne Titel Heliografie, 16,5 x 21 cm, 1826 | Eigentum der Harry Ransom Center's Gernsheim Collection, The University of Texas at Austin

Vor 200 Jahren gelang dem Franzosen Joseph Nicéphore Niépce (1765 - 1833) die erste (erhaltene) Fotografie der Welt. Den berühmten »Fensterblick« nahm er 1826 mit einer Camera Obscura aus seinem Atelierfenster in Südfrankreich auf.

Niépce bediente sich dabei einem von ihm selbst entwickelten Verfahren, der sogenannten Heliografie – auf Deutsch »Sonnenzeichnung«. Dabei pinselte er eine lichtempfindliche Emulsion aus sehr fein pulverisiertem Naturasphalt und Lavendelöl als dünne Schicht auf eine Metallplatte und setzte diese über viele Stunden dem Sonnenlicht aus. Stark belichtete Partien härteten aus, die übrigen Bereiche blieben weich und konnten abgewaschen werden. Auf der Platte blieb das Abbild der Welt vor Niépces Atelierfenster erhalten.

Ursprünglich hatte er das Prozedere entwickelt, um Druckvorlagen, wie Federzeichnungen, auf Lithographiesteine einfach übertragen zu können. Während das Verfahren im Druckerhandwerk Anwendung fand und mehrere Lithografien bekannt sind, die mithilfe der Heliografie entstanden sind, geriet es als Fotoverfahren in Vergessenheit. Der Fensterblick von 1826 ist heute die einzige heliografische Fotografie, die Niépce zugeordnet werden kann.

KI generiert: Das Bild zeigt eine Anordnung von metallischen Platten mit eingravierten Motiven, die an einer Holzwand befestigt sind. Im Vordergrund ist ein Gravurbild eines Glases zu erkennen.Blick in die Kabinettssausstellung im Bereich »Kamerastadt Dresden« der Technischen Sammlungen | Foto: © Museen der Stadt Dresden, Sophie Arlet

Der Dresdner Fotograf Thomas Bachler gehört zu den ganz wenigen Künstlern, die sich intensiv mit den Möglichkeiten dieser archaischen Technik befassen. Die Serien »Ein Glas Wasser« und »Straßenlaub« zeigen die Heliografien direkt. 

Bachler nutzte dafür die lichtempfindlichen Platten zum Aufnehmen von Fotografien mit der Kamera oder für die Anfertigung von Fotogrammen. Alle diese Bilder sind somit Unikate, es gibt sie nur ein einziges Mal. In der Serie »Gestalten« nutzt er das Verfahren, um Fotografien auf eine Tiefdruckplatte zu übertragen. Die Heliografie ist hier lediglich ein Zwischenschritt, ein Hilfsmittel für den späteren Druck.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung hat Thomas Bachler eine Heliografie von der Versöhnungskirche Striesen aufgenommen. Die Kamera war dafür zwei sonnige Januarwochen lang auf dem Ernemannturm positioniert. Zur Vernissage wurde die Aufnahme live entwickelt.

Entwicklung einer Heliografie

KI generiert: Das Bild zeigt eine provisorische Konstruktion aus einer Plastikbox auf einem Balkon, gehalten mit Klebeband und gestützt durch eine blaue Plastikpalette. Im Hintergrund sieht man eine städtische Landschaft mit mehreren Gebäuden und einem leicht verschneiten Boden.Zwei Wochen lang war die Kamera auf dem Ernemannturm positioniert.
KI generiert: Ein Tisch mit verschiedenen Flaschen und Gläsern, gefüllt mit Flüssigkeiten und Pulver, steht im Mittelpunkt. Eine Person greift nach einer der Flaschen.Asphaltstaub, Lavendelöl und Terpentin als Entwickler – die »Zutaten« für eine Heliografie
KI generiert: Das Bild zeigt eine selbstgebaute Kamera aus Holz mit einem Objektiv, die auf einem Tisch steht. Daneben befindet sich eine Entwicklungsschale.In der Kamera befindet sich neben dem Objektiv lediglich eine mit einem Asphalt-Gemisch beschichtete Platte.
KI generiert: Eine Person bereitet anscheinend eine fotografische Entwicklung vor, indem sie eine Flüssigkeit aus einer Flasche in eine Entwicklerschale gießt. Auf dem Tisch sind weitere Utensilien für den Entwicklungsprozess verteilt.Terpentin dient als Entwickler.
KI generiert: Ein Mann hält eine Präsentation oder einen Vortrag vor einer Gruppe von Menschen, während er ein Objekt oder Dokument in der Hand hält. Im Hintergrund ist eine auffällige orangefarbene Wand zu sehen.Bis das Bild auf der Platte erscheint, vergehen einige spannende Minuten.
KI generiert: Das Bild zeigt ein Negativ einer Fotografie, auf dem ein Kirchturm mit einer Uhr und das umliegende Stadtbild zu sehen sind. Die Aufnahme hat einen sepiafarbenen Ton und zeigt architektonische Details.Geglückt: Die erste in Dresden aufgenommene Heliografie. Fotograf: Thomas Bachler

Termine zur Ausstellung

Sa / 21. Mär
15:00
TSD Heliografie Wasserglas
Buchvorstellung und Künstlergespräch

Thomas Bachler. Heliografien

Dr. Agnes Matthias, wissenschaftl. Mitarbeiterin der Deutschen Fotothek in Dresden, kommt mit Thomas Bachler über die Technik der Heliografie und die Entwicklung der Fotografie ins Gespräch.

In diesem Rahmen wird das Verfahren auch praktisch demonstriert.

Zudem stellen die beiden ihre neu erscheinende Publikation vor: »Thomas Bachler. Heliografien« mit Texten (deutsch/englisch) von Dr. Agnes Matthias und Thomas Bachler, 2026